Datenschutz

Datenspuren beim Zugriff auf Web-Server

Mit der Einführung des World Wide Web (WWW) trat das Internet seinen Siegeszug als Massenmedium an. Dieser Dienst ermöglicht mittels der Seitenbeschreibungssprache HTML (Hypertext Markup Language), Datenbestände im Internet in strukturierter und präsentativer Form auf Web-Servern bereitzustellen. Die so präsentierten Informationen werden als Hypertextdokumente bezeichnet, da sie neben Text, Grafiken und Audioabschnitte auch Referenzen enthalten können, die auf weitere HTML-Dokumente verweisen, so daß zwischen den Informationsquellen hin- und hergesprungen werden kann. Der Internet-Nutzer kommuniziert über HTML mit Hilfe eines auf seinem Rechner (Client) ablaufenden Dienstprogrammes, genannt Browser, mit dem jeweiligen Web-Server. Ein solcher Web-Browser ermöglicht die Navigation durch das WWW und stellt die vom Benutzer ausgewählten Web-Seiten auf dessen Client zur Verfügung.

Für den jeweiligen Benutzer nicht immer erkennbar, werden in der Regel beim Zugriff auf Web-Seiten Daten des Benutzers aufgezeichnet, beispielsweise die Internet-Adresse des Abrufers, der verwendete Browser und die aufgerufene Web-Seite. Insbesondere sind Online-Anbieter von Waren oder elektronischen Dienstleistungen an Benutzerdaten interessiert, welche das Kaufverhalten, Interessen und Neigungen von Kunden offenbaren. Die Anbieter wollen im Regelfall aber auch wissen, auf welche Angebote bzw. Web-Seiten ihres jeweiligen Gesamtangebotes der Benutzer schon zugegriffen hat. Um solche benutzerbezogenen Aktionen u. a. nachvollziehbar aufzuzeichnen, werden von vielen Anbietern sogenannte "Cookies" hierzu eingesetzt. Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, in welcher der Online-Anbieter automatisiert persönliche Daten des Benutzers sammelt. So kann der Text beispielsweise Informationen über vom Benutzer abgerufene Web-Seiten, seine hier durchgeführten Aktivitäten, dessen E-Mail-Adresse aber auch von diesem in Online-Formularen des Anbieters eingegebene Paßwörter und Kreditkartennummern beinhalten. Beim erstmaligen Zugriff auf ein Web-Angebot wird an den Browser des Client das Cookie übermittelt. Der Browser registriert die Herkunft dieser Daten und speichert sie auf der lokalen Festplatte des Benutzers ab. Bei einem erneuten Zugriff des Client auf das Web-Angebot übermittelt der Browser automatisch diesen gespeicherten Text an den Server zurück. Auf diese Daten greift der Online-Anbieter zu, um u. a. Rückschlüsse über das Kundenverhalten zu erhalten und um neue Informationen einzutragen.

Wie eine Vielzahl anderer Technologien bieten auch Cookies nützliche Funktionen für den Benutzer. Cookies werden z. B. eingesetzt, damit ein Kunde sich einen Warenkorb über alle Web-Seiten des Anbieters zusammenstellen kann, um diese abschließend nur in einem Vorgang zu verrechnen. Desweiteren werden Cookies zunehmend genutzt, um Interessenten gezielt Angebote anzuzeigen. Das Nutzen dieser Technologien entgegen datenschutzrechtlicher Vorschriften (§§ 4 ff. TDDSG) kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Eine Information der Benutzer über die o. g. Zusammenhänge sowie welche Daten und in welchem Umfang automatisch erhoben werden, ist noch die Ausnahme. Gefahren können sich für den Schutz der personenbezogenen Daten des Benutzers ergeben, so daß dieser in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt werden kann. Ein Mißbrauch dieser Daten im weltweiten Internet ist nicht ausgeschlossen.

Das Erstellen von Cookies wird erst durch die Dienstleistung von Web-Browsern ermöglicht. Aktuelle Browser ermöglichen allerdings durch gezielte Einstellungen ihrer Optionen, den Einsatz von Cookies zu verhindern bzw. den Benutzer vor der Annahme von Cookies zu warnen. Um sich vor Cookies zu schützen, müssen diese Optionen vom Nutzer erst aktiviert werden, denn standardmäßig werden Cookies vom Browser übernommen. Es wird empfohlen, zumindestens die Warnmeldung zu aktivieren. Wem diese Meldungen zu hinderlich sind und wer Cookies grundsätzlich verhindern möchte, sollte in dem entsprechenden Konfigurationsverzeichnis des Browsers eventuell schon gespeicherte Cookie-Eintragungen lö-schen, eine leere Cookie-Datei anlegen und diese mit einem Schreibschutz versehen. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand ist somit das Speichern von Cookies nicht möglich.

Jeder Benutzer, der netzweite Dienste nutzt, sollte sich der aufgezeigten Risiken beim Zugriff auf Web-Seiten insbesondere im Internet bewußt sein, zumal die nicht mehr überschaubare Anzahl solcher Angebote auch von unseriösen Quellen stammen können. Grundsätzlich sollten in öffentlichen Stellen Sicherheitsmaßnahmen zur Nutzung der neuen Technologien festgelegt werden.

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